Samstag, 12. Dezember 2009

Deutschrap 2009: Ein trauriger Rückblick

Um diese Zeit kommt natürlich wieder jeder angeschissen und stellt seine Jahrescharts auf. Ich würde das auch gerne tun und schaue dabei erfreut auf das letzte Jahr, das nur so vor guten Platten stotzte und sogar einige potentielle Klassiker hervorbrachte. Ich denke da nur an Curse, Peter Fox oder Casper. (Top 10 zu sehen hier)

Wie war das in diesem Jahr? Kurz: nicht so. Eigentlich gab es nur zwei Alben, die mich in ihrer Gesamtheit überzeugen konnten. Zum einen Tuas "Grau", das mit durchdachten Texten und interessantem Soundbild in seiner ganz eigenen Weise Spaß macht. Zum zweiten Samys "Dis wo ich herkomm", auf dem er zeigt, dass er es immernoch kann und zwar nicht mehr so bissig wie früher spittet, jedoch nach wie vor Qualität bringen kann.
Als "befriedigend" bezeichnen lassen sich Mädness' "Zuckerbrot und Peitsche" und "Vier Fäuste für ein Halleluja" von Olli Banjo & Jonesmann. Mädness fährt durch die zu elektronischen hässlichen Beats Minuspunkte ein und auch dadurch, dass er in Sachen Themenvielfalt nachgelassen hat. Banjo & Jones rappen zwar technisch hochwertig, lassen aber den ihnen eigenen Witz fast gänzlich vermissen, was die Tracks recht schnell langweilig macht.
Da wären wir dann auch schon durch. Das viel gefeierte "Versager ohne Zukunft" von Kamp & Whizz Vienna ist zwar auch nicht schlecht, zieht sich aber enorm durch die langsamen Flows und spricht mich insgesamt nur wenig an.
Die restlich relevanten Platten des Jahres erwähne ich gar nicht mehr, da sie nichts zu bieten haben, woran man als Hörer lange Freude haben wird.

In diesem Sinne wünsche ich Rap gute Besserung und allen Lesern diese Blogs, sofern sie existieren, ein frohes Weihnachtsfest. Verschenkt statt Deutschrap-Platten lieber das neue Album von Westernhagen, das ist gut.